-
Herzensgüte
Als ich in der vergangenen Woche wieder einmal durch Indien reiste, nahm ich eines meiner Lieblingsbücher erneut zur Hand: „The Compassionate Life“ von Marc Ian Barasch. Im Kapitel über Altruismus bezieht sich Barasch auf die Soziologin Kristen Renwick Monroe und wie ihre Studie über Menschen, die Juden bei der Flucht vor den Nazis halfen, die…
-
Achtsamkeit beim Sprechen ist nicht einfach
Achtsamkeit beim Sprechen ist nicht einfach. Der Rat, nachzudenken, bevor man spricht, scheint sich in einem lebendigen Gespräch kaum praktisch umsetzen zu lassen. Wir können jedoch die Fähigkeit entwickeln, Worte schon im Entstehen im Licht unserer Werte wahrzunehmen.Dazu beginnen wir mit dem Einfachen oder zumindest mit dem Einfacheren. Wir alle kennen Situationen, in denen wir…
-
Die Vorteile eines immer gleichen Tagesablaufs
Der Tagesablauf in einem Kloster ist bewusst repetitiv. Nach außen hin schafft diese Wiederholung ein beruhigendes Gefühl von Ruhe und Ordnung. Nach innen hin bleibt den Ordensleuten damit viel unnötige „Entscheidungsangst“ erspart. Die Wiederholung verlagert den Fokus weg von der Vorstellung von Zeit als etwas Linearem – einem Pfeil, der in die Zukunft rast –…
-
Wahres Vertrauen
Saddhā ist ein Vertrauen und eine Zuversicht in die Weisheit und das Mitgefühl des Buddha, das dadurch entsteht, dass man seine Lehren hört oder liest oder mit jemandem in Kontakt kommt, der diese verkörpert.Das Besondere an Saddhā (üblicherweise mit „Glaube“, englisch faith, übersetzt) ist, dass es sich im Rahmen überprüfbarer Hypothesen anstelle von nicht nachvollziehbaren Dogmen…
-
Liebe auf den ersten Blick
Ajahn Chah wurde am 17. Juni 1918 in einem kleinen Dorf im Nordosten Thailands geboren. Er trat schon in jungen Jahren in die Sangha ein und machte sich Mitte zwanzig zu Fuß von seinem Heimatkloster aus auf die Suche nach einem Meditationlehrer. Erst mehr als ein Jahr später fand er den Weg zu Luang Boo…
-
Gesammelt und geteilt
Im Laufe der Jahre habe ich kluge, interessante, zum Nachdenken anregende und lustige Dinge notiert, die ich gehört und gelesen habe. Heute möchte ich euch ein paar Einträge aus meiner Zitatensammlung vorstellen. „Mich hat diese Idee fasziniert, dass Macht heutzutage nicht mehr durch traditionelle Formen wirkt, sondern durch die Vorstellung von Individualismus. Sie besagt, dass…
-
Den Geist neu ausrichten
Menschen, deren Geist von Gier beherrscht wird, widmen den Dingen, die sie mögen, ständige Aufmerksamkeit. Sie klammern sich an sie, halten hartnäckig an ihnen fest, bis der Genuss dieser Dinge für ihr Selbstverständnis unverzichtbar wird. Das ist nicht der Weg des Friedens. Aber es gibt auch eine spirituelle Kehrseite. Wenn diese Menschen in der Lage…
-
Ein stabiler Geist
Auf einer Yacht ist der Kiel eine Unterwasserflosse. Der Kiel verhindert, dass der Wind die Yacht seitlich wegdrückt, und hilft ihr, effizient gegen den Wind zu segeln. Der Kiel enthält Ballast, der die Yacht stabilisiert. Der Kiel ist eine gute Analogie für Gleichmut. So wie eine Säule, die tief in der Erde verankert ist. Die…
-
Der Unterschied zwischen Mut und Leichtsinn
Eines Tages erzählte Ajahn Chah der Sangha, wie er als junger Mönch einmal buchstäblich vor einer schwierigen Situation davonlief. Das war so: Er hielt sich eine Zeitlang zusammen mit einem männlichen Laienunterstützer in einem verlassenen Kloster auf. Eine junge Witwe begann, jeden Morgen mit ihrem Sohn vorbeizukommen, um ihm Essen anzubieten. Nach ein paar Tagen…
-
Kontinuierliche Beständigkeit in der Praxis
Der Buddha führte die unmittelbaren Ursachen seiner Erleuchtung auf zwei Faktoren zurück: unvermindertes Bemühen und Unzufriedenheit mit dem, was er bereits erreicht hatte. Unbeständigkeit ist der Fluch vieler Praktizierender. Phasen intensiven Bemühens, gefolgt von Phasen mit wenig oder gar keinem Einsatz, führen zu wenig oder gar keinem langfristigen Fortschritt. Das mag an unvermeidbaren Faktoren wie…










